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 The many faces of Mads Mikkelsen (Salzburger Nachrichten, Nov. 2013)

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PostSubject: The many faces of Mads Mikkelsen (Salzburger Nachrichten, Nov. 2013)   Sun Nov 24, 2013 2:01 pm

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Die vielen Gesichter des Mads Mikkelsen

Von Magdalena Miedl | 08.11.2013 - 15:57

Wie wird man vom Psychokiller zum Gerechtigkeitsfanatiker? Filmstar Mads Mikkelsen gibt im SN-Interview Auskunft.

Er war ein Kindergärtner unter Pädophilieverdacht in "Die Jagd", James Bonds Gegenspieler in "Casino Royale", spielte Liebhaber, Ritter, Drogensüchtige und geschiedene Väter. "Politische Korrektheit ist der Tod jeder Kreativität", sagt Mads Mikkelsen, der in der französischen Adaption der Kleist-Novelle "Michael Kohlhaas" den sprichwörtlichen Gerechtigkeitsfanatiker spielt. Parallel ist Mikkelsen im Fernsehen als angehender Psychokiller "Hannibal" zu sehen, wünscht sich aber im SN-Interview für dänische TV-Serien mehr Realismus.

SN: Arnaud des Pallières hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Film mit Ihnen zu machen. Waren Sie geschmeichelt?

Mikkelsen: Nicht unbedingt, ich hatte das schon bei anderen Filmen und habe dann trotzdem abgelehnt. Aber hier hat mich das neugierig gemacht: Warum in aller Welt will einer für diese Rolle einen Dänen, der mit der Sprache Probleme hat, warum nicht einen guten französischen Darsteller? Aber er wusste, was er wollte. Er hatte mich in einer Reihe von Filmen gesehen, und aus irgendeinem Grund brauchte er mein Gesicht und meine Art zu spielen. Der Film ist sehr visuell, sehr sinnlich. Ich musste mit den Pferden und der Natur eins sein, und ich musste mich so sicher fühlen, dass ich es sogar zusammenbrachte, ein kleines Fohlen aus einem erwachsenen Pferd rauszuziehen. So was kann man ja nicht lernen, das muss man tun.

SN: Sie haben nun schon oft historische Figuren gespielt.
Liegt Ihnen das?


Mikkelsen: Ich sehe diese Kostümfilme gar nicht als historisch an. Die Gründe, einen historischen Film zu machen, sind selten, weil jemand eine Geschichtsstunde halten will, sondern weil diese Begebenheiten uns etwas über unsere Gegenwart sagen. Das ist auch bei Michael Kohlhaas der Fall, das ist eine sehr gegenwärtige Geschichte. Für Geschichtsstunden können Sie auch BBC-Dokus schauen.

SN: Sie gelten weniger als dänischer denn als europäischer Schauspieler, haben in Frankreich, Deutschland, Spanien, England gespielt. Wie hat das begonnen?

Mikkelsen: Vor Jahren wurde ich gefragt, ob ich einen Pornostar spielen will, in einem spanischen Film. Der Regisseur war besessen von Ingmar Bergman, also wollte er einen Skandinavier für die Rolle, und damit hat es begonnen. Klar lehne ich manche Rollen ab, aber viele haben mich überzeugt, trotz aller Sprachbarrieren. Wenn einer kommt und sagt "Jetzt spielst du Kohlhaas!" oder "Jetzt spielst du Hannibal!" und das Projekt ist gut, mache ich das auch.

SN: Sie spielen auf die US-Fernsehserie "Hannibal" an, die auf "Das Schweigen der Lämmer" basiert. Wie sind Sie vom ursprünglichen Hannibal-Lecter-Darsteller Anthony Hopkins losgekommen?

Mikkelsen: Das war gar nicht schwierig, er ist zwar fantastisch, aber der Hannibal, den ich spiele, ist ja der vor den Ereignissen von "Das Schweigen der Lämmer". Er steht da nicht im Zentrum der Ermittlungen und ist als Irrer zu erkennen. Er steht außerhalb, zwar ist er verrückt, aber er kann sich gut verstellen. Er freundet sich mit anderen an, er ist ein ehrbarer, netter Mann - bis er einmal allein ist.

SN: Was machen Sie als Däne in einer amerikanischen Fernsehserie, ausgerechnet jetzt, wo alle Welt dänische Serien schaut?

Mikkelsen: Ich schwimme ganz gern gegen den Strom. Um ehrlich zu sein, ich finde die meisten großen US-Fernsehserien wesentlich radikaler als alles andere, und ich finde Bryan Fuller (Drehbuchautor von "Hannibal", Anm.) brillant, er geht direkt an die Grenze von dem, was auf dem Bildschirm gerade noch erlaubt ist. Wer weiß, wie lang das noch gut geht, vielleicht wird es noch zu radikal.

SN: Wie sehen Sie den Erfolg der vielen dänischen Fernsehserien?

Mikkelsen: Fernsehen ist ein seltsames Medium. Ich habe in Dänemark selbst Fernsehen gemacht und fand das ziemlich frustrierend. Ich kam damals direkt von den "Pusher"-Filmen mit Nicolas Winding Refn, die wirklich radikal waren, wo alles Ecken und Kanten hatte. In der Fernsehwelt war alles rund und anschmiegsam, das musste für alle Zuschauer zwischen fünf und 95 Jahren funktionieren. Das Problem dieser Serien, die jetzt überall so gut ankommen, ist, dass alles viel zu politisch korrekt ist. Es gibt kaum eine Serie ohne Frau in der Hauptrolle, die Kung-Fu kann, Politikerin ist und allein mit einer Waffe in einen finsteren Keller geht, um Schurken zur Strecke zu bringen. Das ist doch unrealistisch! Ich habe nichts dagegen, es ist toll für die Mädels, die guten Rollen spielen können, im Kino gibt es für Schauspielerinnen nicht so viel zu tun. Aber ein bisschen mehr Realismus wäre doch gut. Ich werde nie ein großer Fan politischer Korrektheit sein, das ist in meinen Augen der Tod jeder Kreativität.

Michael Kohlhaas. Literaturverfilmung, F/D 2013. Regie: Arnaud des Pallières, nach der Novelle von Heinrich v. Kleist. Mit Mads Mikkelsen, Mélusine Mayance. Start: 8. 11.

Hannibal. Montags 22.10 Uhr, Puls 4


The Many Faces of Mads Mikkelsen

From Magdalena Freutsmiedl | 08/11/2013 - 15:57

How is the psycho killer to justice fanatic? Movie star Mads Mikkelsen provides information in SN interview.

He was a kindergarten teacher suspected of abuse a child in "The Hunt", James Bond's opponent in "Casino Royale", played lovers, knights, drug addicts and divorced fathers. "Political correctness is the death of any creativity," says Mads Mikkelsen, who plays the proverbial justice fanatics in the French adaptation of Kleist novella "Michael Kohlhaas". Parallel Mikkelsen is seen as a budding psycho killer "Hannibal" on TV, but wish to participate in SN interview for Danish TV series more realism.

SN: Arnaud of Pallières has taken it into his head to make this film with you. Were you flattered?

Mikkelsen: Not necessarily, I was already in other films and then I still refused. But here has me curious: Why in the world wants one for this role a Dane, who has problems with the language, why not a good French performers? But he knew what he wanted. He had seen me in a number of films, and for some reason he needed to play my face and kind. The film is very visual, very sensual. I had to be one with the horses and nature, and I had to feel so sure that I do, pull out even brought together a small foal of an adult horse. So, what you can not learn yes, you have to do.

SN: You now have often played historical figures.
Do you have a special talent for those roles?


Mikkelsen: I see this costume films not as historical. The reasons to make a historical film, are rare because someone wants to keep a history lesson, but because these events tell us about our present. This is also in Michael Kohlhaas is the case, this is a very current story. For history lessons you can also watch BBC documentaries.

SN: They are less than for Danish as a European actor, have played France, Germany, Spain, England. How did it begin?

Mikkelsen: I was asked if I want to play a porn star in a Spanish film years ago. The director was obsessed by Ingmar Bergman, so he wanted a Scandinavian for the role, and so it has begun. Sure, I reject some roles, but many have convinced me, despite all the language barriers. If someone comes and says "Now you Kohlhaas play!" or "Now you play Hannibal!" and the project is good, I do that too.

SN: You play on the U.S. television series "Hannibal," which is based on "The Silence of the Lambs". How did you got away from the original Hannibal Lecter actor Anthony Hopkins?

Mikkelsen: It was not difficult, he is indeed fantastic, but the Hannibal, I play's the before the events of "The Silence of the Lambs". He stands not in the center of the investigation and can be seen as a lunatic. He stands outside, though he's crazy, but it can be adjusted well. He befriends with others, he is an honest, nice guy - until he is once again alone.

SN: What do you do as a Dane, in an American TV series, especially now, when the whole world looks Danish series?

Mikkelsen: I quite like swimming against the current. To be honest, I find most of the major U.S. TV shows much more radical than anything else, and I think Bryan Fuller (screenwriter of "Hannibal", note) brilliant, he goes directly to the limit of what is currently on the screen is still permitted. Who knows how long that still goes well, maybe it is still too radical.

SN: How do you see the success of many Danish television series?

Mikkelsen: Television is a strange medium. I have made in Denmark even television and thought that was pretty frustrating. I came at that time directly from the "Pusher" films with Nicolas Winding Refn, who were truly radical, where all corners and edges had. In the television world, everything was round and smooth, which had to work for all viewers between five and 95 years. The problem with this series, arriving everywhere now so well is that everything is much too politically correct. There is hardly a series without a woman in the lead role, the Kung-Fu, can politician is and goes alone with a gun in a dark cellar to bring villains to the track. That's unrealistic! I do not mind, it's great for the girls, the good roles to play, in the cinema, there is not much to do for actresses. But a bit more realism would be good. I'll never be a big fan of political correctness, which is in my eyes the death of any creativity.

Michael Kohlhaas. Literature, F / D 2013. Director: Arnaud of Pallières, based on the novella by Heinrich von Kleist. With Mads Mikkelsen, Melusine Mayance. Start: 8. 11.

Hannibal. Mondays 22.10 clock, Puls 4


Source: Salzburger Nachrichten (translator: google)

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